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Ferienpraktikum für SchülermentorInnen der Stützpunktschule © für Molekularbiologie am KIT in Karlsruhe

Am ersten Tag haben wir unsere eigene DNA isoliert und konnten sie am Ende als Banden (wie einen Barcode) auf einem Foto erkennen. Diese Methode wird auch bei der Lösung von Kriminalfällen oder bei der Vaterschafts-Analysen genutzt, in dem man die DNA in gefundener Haut oder Haaren vom Täter isoliert und dann mit einer Datenbank vergleicht. Cool war, dass man sehen konnte, wie unterschiedlich diese Banden bei jedem von uns ausfielen. So konnte man sich auch gut vorstellen, wie verschieden der genetische Fingerabdruck von jedem Einzelnen ist. Alles nach demselben Prinzip und doch so verschieden.
Der zweite Tag war für uns vielleicht einer der interessantesten, da wir eine der wichtigsten gentechnischen Methoden der Molekularbiologie kennengelernt haben: die Plasmide. Plasmide sind nicht in den Chromosomen enthaltene, kreisförmige DNA, die in Bakterien vorkommt. Sie sind auch der Grund, wieso Bakterien Antibiotikaresistenz entwickeln. Sie können diese Plasmide nämlich untereinander austauschen und so die Resistenz weitergeben. Diese Eigenschaft macht sich die Gentechnik zunutze, da man so Gene in Zellen einschleusen kann, deren Produkte man im großen Maße herstellen möchte z.B. Insulin für Diabetespatienten. Nachdem wir mit dem Experiment fertig waren, haben wir auch eine Führung durch die Ausstellung im KIT bekommen. Die Nebelkammer, in der Alpha und Beta Strahlen sichtbar gemacht werden können, hat mich sehr beeindruckt.
Am dritten Tag haben wir verschiedene Proteinquellen, Rindfleisch, Schweinefleisch, Hähnchen, Tofu, Protein Pulver und eine unbekannte Probe, auf ihre Qualität und Menge analysiert. Am Ende konnte man die verschiedenen Proteinbanden erkennen und so die unbekannte Probe als Rindfleisch identifizieren. Solche Untersuchungen sind wichtig für die Nahrungsmittelindustrie. So konnte man auch den Pferdefleisch Skandal aufdecken, bei dem in Rindfleisch-Lasagne der Protein-Fingerprint von Pferdefleisch gefunden wurde.
Am vierten Tag kam die Immobilisierung von Enzymen dran. Enzyme bringen chemische Prozesse in Gang. Beispielsweise können sie aus stärkehaltigen Nahrungsmitteln wie Kartoffeln, Weizen, Mais Speisestärke machen. Dazu müssen sie in der Fabrik in einen großen Topf geschmissen werden in dem z.B. Weizen drin ist. Damit man nicht jedes Mal neue Enzyme verwenden muss, kann man diese an etwas binden (z.B. ein Stück Stoff) oder zusammen in kleine Kügelchen eischließen (was wir gemacht haben). So kann man dies später einfach wieder herausfiltern und in den nächsten Topf tun. Zusätzlich haben wir geschaut bei welchem pH-Wert die Enzyme am besten arbeiten.
Nebenbei haben wir auch noch ein sehr interessantes Experiment laufen lassen, in dem wir unsere eigenen Bakterienkulturen angelegt haben. Wir haben selber kleine Petrischalen mit einer Nährlösung hergestellt und sollten diese dann mit verschiedenen Proben versehen. Einige haben kurz ihren Finger, oder die Katzenpfote drauf gehalten andere das Handy Display oder den Schlüssel. Danach haben wir sie in einen Brutschrank gestellt der eine angenehme Temperatur für die Bakterien hatte. Am dritten Tag konnte man dann gut einige Bakterienstämme erkennen. Bei den meisten waren hauptsächlich große weiße Flecken zu sehen, die auf den ersten Blick ziemlich besorgniserregend aussahen. Es stellte sich aber heraus, dass es sich hierbei nur um harmlose Hefepilze handelte, die jeder von uns auf seiner Haut hat. Nicht so gut waren Flecken, bei denen es sich um Schimmel oder Krankheitserreger wie E. coli handelte. Die am meisten verkeimten Proben waren Spülwasser und das Handy Display. Als ich nach Hause gekommen bin, habe ich erstmal mein Handy desinfiziert und den Spülschwamm weggeschmissen.
Das Praktikum hat uns sehr viel Spaß gemacht und wir haben selten so viel auf einmal in nur vier Tagen gelernt. Wir sind jeden Morgen mit dem Zug nach Karlsruhe gefahren und kamen müde abends zurück. Wenn man auf dem Campus rumlief und in der Kantine aß, fühlte man sich wie eine echte Studentin. Außerdem war es die Gelegenheit um mal zu sehen, wie es wirklich in einem echten Labor vor sich geht. Tatsächlich hat es nämlich alle unsere Vorstellungen und Erwartungen nochmal über den Haufen geworfen. Anfangs war es kaum vorstellbar, dass so genaues Pipettieren und viele verschiedene Arbeitsanweisungen (5 sec vortexen, bei 37° inkubieren, …) wirklich den Unterschied machen, aber bald mussten wir lernen, dass jeder Arbeitsschritt und die Genauigkeit sehr wichtig sind, da sonst das ganze Experiment zusammenbricht. Wie z.B. an Tag zwei, an dem meine Gruppe drei Wörter auf der Arbeitsanweisung überlesen hatte („und trocknen lassen“). Nur weil wir die Ethanol Reste in unseren Proben nicht 5 min haben austrocknen lassen, war unsere Gruppe am Ende die Einzige, die kein Ergebnis hatte. Was sehr frustrierend war, weil wir den ganzen Tag sehr genau darauf hingearbeitet hatten. Dafür haben wir aber in den folgenden Tagen umso genauer gelesen. Auch mussten wir lernen, das was auf den ersten Blick einfach wirkt es meistens nicht ist, wie das genaue Pipettieren, was wir eigentlich alle erst am letzten Tag richtig konnten.