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Kunstwerk des Monats Februar 2026: In Motion, Drahtfigur

Gian Lorenzo Bernini – dieser Bildhauer ist Teil des neuen Schwerpunktthemas „Körper-Raum-Bewegung" im Fach Bildende Kunst der K1 am Feudenheim Gymnasium. Wenn der Barockbildhauer im 17. Jahrhundert Marmor bearbeitete, schien der schwere Stein zu tanzen. Seine Skulpturen fangen Augenblicke extremster Bewegung ein – Figuren, die sich drehen, springen, fliehen oder in ekstatischer Verzückung verharren. Bernini verstand es meisterhaft, aus massivem Material den Eindruck von Leichtigkeit, Dynamik und dramatischer Bewegung zu erschaffen. Dabei legte er seine Skulpturen auf Allansichtigkeit an: Sie fordern den Betrachter auf, sie zu umschreiten, aus jeder Perspektive die sich verändernde Körperspannung und Bewegungsdynamik zu erfassen.
Mit dem Projekt „In Motion" übersetzt die K1 nun diese theoretische Auseinandersetzung mit Berninis Bewegungsdarstellung in die eigene künstlerische Praxis – allerdings unter radikal veränderten Bedingungen. Die Aufgabe: Mit minimalem Materialeinsatz maximale Bewegung darstellen. Während Bernini tonnenschweren Marmor wie Wachs formte, arbeitet die K1 mit dem Gegenteil – mit filigranem Draht, der bereits in seiner Materialität Leichtigkeit verkörpert. Doch gerade hier liegt die Herausforderung: Wie formt man aus dünnen Linien im Raum eine anatomisch korrekte, allansichtige menschliche Figur, die nicht starr wirkt, sondern Bewegung verkörpert?
Die Antwort liegt in der präzisen Beobachtung der menschlichen Anatomie: Wie verschieben sich Gelenke bei einer Drehbewegung? Wo entstehen Spannungen im Körper eines Springenden? Wie verändert sich die Balance bei extremer Körperhaltung?
Tabea Kaiser hat dies auf besonders faszinierende Weise geschafft. Ihre filigrane Figur, die an eine Turnerin erinnert, verkörpert genau jene Verschmelzung von anatomischer Präzision und dynamischer Leichtigkeit, die sowohl Berninis Werk als auch die Projektaufgabe fordern. Auch Tabeas Arbeit lädt zum Umschreiten ein: Aus jeder Perspektive offenbart sich eine neue Facette der eingefrorenen Bewegung, die räumliche Komposition fügt sich erst im Rundgang zum vollständigen Bewegungsablauf zusammen. Ein faszinierender Dialog zwischen barocker Bewegungsdarstellung und zeitgenössischer Materialreduktion.

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