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StüPu

Unser Team 2017/18: Die Schülermentoren/-innen mit Frau Dr. Bollen (rechts) und Herrn Keller (Mitte links). Es fehlt Herr Dr. Wespe.



Weiterführende Informationen erhalten Sie auf der allgemeinen Homepage der Stützpunktschulen für Molekularbiologie.



Aktuelles

Bertalanffy-Lecture: Looking for fish in the wrong place

Am 27. Oktober 2017 besuchten die Schüler des vierstündigen Biokurses und die Molekular-Schülermentoren die Bertalanffy-Lecture am Cos Heidelberg. Die Lesung, die von der Heidelberger Universität für Biologie interessierte Schüler angeboten wird, wurde von dem Wissenschaftler Miguel Allende gehalten, der an der Universität von Chile forscht. Dort hat er sich mit den Genomen einiger besonderer Fische beschäftigt, die in den Salzwasserseen Chiles und in Südamerika vorkommen. Eine Fischart beispielsweise lebt während der Regenzeit in Tümpeln und legt seine Eier, die, nach dem die Tümpel in der Trockenzeit austrocknen, in dem Boden überleben und zur nächsten Regenzeit wieder schlüpfen und sich fortpflanzen können. Er forschte nach der Frage, wie die Eier es schafften, so lange im trockenen Boden zu überleben und stieß darauf, dass der Fischembryo seine Entwicklung stoppen und verschiedene Stadien von „Pausen“ einlegen kann, bevor er unter den richtigen Bedingungen schlüpfen kann. Allerdings sind noch viele Fragen offen, zum Beispiel, was die verschiedenen Pausephasen auslöst. Eine andere Fischart besaß das doppelte Set an Chromosomen, welchen Nutzen dieses hat, ist noch offen und muss noch erforscht werden. Wieder eine andere Fischart zeigte den Verlauf der Evolution über Jahrtausende und die Anpassungsfähigkeit verschiedener Arten sich in einen evolutionär kurzen Zeitraum anpassen zu können. Der Vortrag behandelte nicht nur die verschiedenen genomischen Besonderheiten dieser Fischarten, sondern zeigte auch wie schwierig es manchmal sein kann, Forschung zu betreiben. Zum Bespiel wenn die Art, die man untersucht, schwer im Labor zu halten ist. Die vielen Fragen, die der Vortrag aufwarf, konnte man danach in Kleingruppen mit einem „Gruppenführer“ diskutieren und besprechen, und am Ende der Veranstaltung stand auch Herr Allende persönlich für Fragen zur Verfügung und beantwortete diese mit Geduld.

Johanna Rietschel und Natalie Burbach


Angebote für Schüler7. Stützpunktschulenforum am COS der Uni HD

Wieder haben sich die Schülermentoren und Laborleiter aller Stützpunktschulen am COS zusammengefunden, um gemeinsam einen Tag der Lebendigkeit der Wissenschaft zu widmen.
Am Dienstag, den 21.2., begann das Programm um 10h mit dem spannenden Vortrag eines aktuellen Campus-Hochkaräters, Herrn Prof. Ralf Bartenschlager. Er berichtete in den kommenden 90 Minuten über die Entdeckung und Erforschung des Hepatitis C-Virus, die eng mit seinem eigenen Lebensweg in Verbindung steht. Seine Präsentation trug den Titel „Hepatitis C- Von der Entdeckung eines Unbekannten zur erfolgreichen antiviralen Therapie“. Und genauso war es: das Hepatitis C Virus wurde 1989 erstmals identifiziert und zu diesem Zeitpunkt begann auch die Arbeit von Prof. Bartenschlager mit diesem Virus. Er beschäftigte sich zunächst mit der Aufdeckung des Virus-Genoms sowie der Charakterisierung der wenigen viralen Proteine. Dann gelang es ihm in den Folgejahren ein Zellkultursystem zu entwickeln, das es erlaubt, das Hepatitis C Virus im Labor zu kultivieren – denn jedes Virus braucht zur Vermehrung immer eine Wirtszelle. Dies war ein fulminanter Durchbruch, denn endlich konnte man Wirkstoffe für Medikamente innerhalb dieser Zellkultur an Hepatitis C ausprobieren und schon bald gab es einige vielversprechende Wirkstoffkandidaten. Heute ist es auf der Grundlage von Prof. Bartenschlagers Forschung möglich die chronische Leberinfektion, die durch Hepatits C verursacht wird, zu heilen. Dafür erhielt der Forscher letztes Jahr den Lasker-Preis, der die höchstdotierte medizinisch-wissenschaftliche Auszeichnung in den USA ist und der in den USA als inoffizieller Medizin-Nobelpreis gilt. Auch für den offiziellen Medizin-Nobelpreis wird Prof. Bartenschlager nun als einer der Favoriten gehandelt.

Angebote für SchülerDas Beste daran war aber, dass Herr Bartenschlager es in seinem Vortrag geschafft hat, wirklich alle Anwesenden mitzunehmen und zu faszinieren – vom 10.Klässler bis zum Laborleiter waren alle restlos begeistert. So wird Forschung begreifbar.
Nach einer leckeren Lasagne ging es dann für alle Schülermentoren in kleineren Gruppen zu verschiedenen Laborpraktika auf dem Campus, bei denen es beispielsweise um die Echokardiographie am Zebrafischherz oder um den Malariaerreger Plasmodium falciparum oder auch um das Lernverhalten von Fliegen und Mäusen ging.
Zum Abschluss fanden sich alle nochmal im Hörsaal des COS zusammen und hörten sich Luises Vortrag zu ihrer Teilnahme am letztjährigen Bertlanffy summer-practical (einem 2-wöchigen Laborpraktikum am COS) an, in dem sie prima Werbung für das practical gemacht hat! Somit schlossen wir die Veranstaltung mit der Ankündigung der weiteren Schülerevents am COS – dem kommenden summer practical und der nächsten Bertalanffy-lecture (siehe pdfs anbei).
Alles in allem wieder ein richtig runder Tag voller Forschung zum Begreifen und Anfassen, so soll’s sein!

RNZ-Bereicht vom 2.3.2017

Bericht von Malin Kurz in der Rhein-Neckar-Zeitung Nr. 51 vom 2. März 2017

Besuch der Bertalanffy-Lecture im Dezember 2016

Wie genau teilen sich Stammzellen, und welche Rolle spielen Endosome bei der ganzen Angelegenheit? Antworten auf diese und viele weitere Fragen bezüglich der Stammzelldifferenzierung bekamen wir, die Schülermentoren für Molekularbiologie des Feudenheim Gymnasiums und andere interessierte Schüler der 11. und 12. Klassen, am 8.12.2016 in einem spannenden Vortrag des renommierten Wissenschaftlers Prof. Dr. Marcos Gonzalez-Gaitan mit dem Titel „How Do Stem Cells Divide? The Physics of Asymmetric Division“ als Bestandteil des Programmes „Bertalanffy Lecture at COS“ an der Universität Heidelberg.
Der freundlichen Begrüßung durch Prof. Dr. Joachim Wittbrodt, dem Leiter des COS, folgte ein knapp einstündiger, englischer Vortrag des aus Italien stammenden und in Genf tätigen Biologen Marcos Gonzalez-Gaitan, der uns mit seiner lockeren und nicht zuletzt humorvollen Art schnell für das Thema Stammzellen und seine eigenen Forschungen begeistern konnte.
Prof. Gonzalez-Gaitan vertraute uns an, dass er noch nie zuvor einen Vortrag über seine Forschung vor Schülern gehalten hat. Praktische Erfahrungen konnte er nur sammeln, als er diese seiner Tochter für ein Schulprojekt erklärte.
Während den meisten Menschen nur die symmetrische Zellteilung bekannt ist, bei der aus einer Mutterzelle zwei identische Tochterzellen entstehen, erfuhren wir, vor allem dank der ausführlichen und gut strukturierten Präsentation, dass es noch eine weitere Art der Teilung, die asymmetrische Zellteilung, gibt. Bei dieser entstehen aus einer Mutterzelle zwei unterschiedliche Tochterzellen mit verschiedenen Entwicklungspotenzialen, was besonders bei der Entwicklung der Stammzellen eine wichtige Rolle spielt. Die oben erwähnten Endosome kann man sich wie kleine Gefäße, die Proteine in sich tragen, vorstellen, welche u. a. signifikante Faktoren bei der Steuerung der asymmetrischen Zellteilung sind.
Bei seinem unterhaltsamen Vortrag beschrieb der Biologe anschaulich seine Forschung an verschiedenen Modellorganismen, wie z. B. der Fliege, und beleuchtete die entscheidenden Auswirkungen der asymmetrischen Zellteilung auf die Entwicklung der Larve zum ausgewachsenen Tier. Besonderen Wert legte der Forscher auf die Einbindung mathematischer und physikalischer Ansätze in Theorien biologischer Vorgänge.
Nach einer Pause, mit reichlich Getränken und Snacks, hatten wir die Chance, offene Fragen jeder Art in kleineren Gruppen mit Wissenschaftlern und Doktoranten des COS zu klären und zu diskutieren.
Anschließend trafen sich alle Teilnehmer nochmals im Hörsaal, um weitere Gedanken oder ggf. Fragen im Plenum und mit Herrn Gonzalez-Gaitan zu teilen, der sich auch Zeit nahm, auf persönliche Fragen zu antworten.
Stammzellen haben es in sich… im wahrsten Sinne des Wortes!

Hannes und Tassilo



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