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Seminarkurs „Soziale Herausforderungen in Mannheim“

Frau Schwarz von „Notruf und Beratung für sexuell misshandelte Frauen und Mädchen e.V.“ berichtet dem Seminarkurs von den Aufgaben dieser Einrichtung.

Am 07.02.2017 besuchte uns im Rahmen des Seminarkurses „Soziale Herausforderungen in Mannheim“ Frau Schwarz von der Organisation „Notruf und Beratung für sexuell misshandelte Frauen und Mädchen e.V.“.
Zunächst wurden wir aufgeklärt, dass die Organisation auch für Jungen bis zur Vollendung des 8. Lebensjahr zuständig ist, auch wenn der Name explizit nur Mädchen und Frauen erwähnt. Dies liegt daran, dass die Beratungsstelle nun schon seit 35 Jahren existiert und man damals nicht davon ausgegangen ist, dass auch Jungen von sexueller Gewalt betroffen seien können. Ältere Jungen, also solche jenseits des 8. Lebensjahres, werden allerdings weitergeleitet.
Frau Schwarz berichtete ebenfalls, dass sich Täter nicht an die Organisation wenden dürfen. Einzig und allein Opfer, unterstützende Angehörige wie Mütter und Väter, Fachkräfte aus dem psychosozialen, pädagogischen und medizinischen Bereich und Vereine, die mit Kindern arbeiten, können die Beratung des Notrufs in Anspruch nehmen. Vereine wenden sich zum Beispiel dann an die Organisation, wenn sie einen Verdacht schöpfen oder sogar Wissen auf sexuellen Missbrauch eines Kindes haben.

Des Weiteren wurden uns die verschiedenen Angebote der Organisation aufgelistet. Darunter fallen zum Beispiel: Beratung und Therapie, Krisenintervention, juristische Informationen, Elterngespräche sowie Fortbildungen und Präventionsveranstaltungen. Die Veranstaltungen in Schulen und Kindergärten sind von äußerst hoher Bedeutung, da oft viele Betroffene ihre Geschichte als Tabu-Thema empfinden und sich nicht trauen oder Scham empfinden, darüber mit Freunden oder Bekannten zu reden. So versucht die Beratungsstelle diese Mädchen und Frauen durch Öffentlichkeitsarbeit zu erreichen. Die Organisation bietet zudem Anonymität an und ist direkt in der Innenstadt stationiert. Das bedeutet, dass niemand von einem Besuch dort erfahren muss.
Zudem haben wir einige Fakten und Statistiken zu Tätern bekommen, oftmals hört man von dem sogenannten Fremdtäter, der beispielsweise kleine Mädchen in sein Auto lockt. Jedoch fanden wir überraschenderweise heraus, dass dieser eher selten auftritt. Viel häufiger stammt der Täter aus dem eigenen Bekanntenkreis oder gar der eigenen Familie. Oftmals verschweigen Betroffene, wenn sie von einem Familienmitglied sexuell missbraucht oder genötigt werden, da sie die Familie nicht schlecht dastehen lassen wollen, da diese ihr einziger Rückzugsort ist, man nur eine Familie hat und Kinder oft die Vorstellung, ins Heim kommen zu müssen, als unerträglich ansehen. So gibt es auch viele Frauen, die in jungen Jahren sexuell missbraucht werden, aber erst Jahre nach den Geschehnissen sich an die Beratungsstelle wenden. Dies kann man auch an der aktuellen MeToo-Kampagne sehen, auf die wir ebenfalls zu sprechen kamen.
Auch informierte Frau Schwarz den Kurs darüber, dass der Begriff Kinderpornographie als solches nicht benutzt werden kann. Es handelt sich dabei nämlich um sexuellen Missbrauch von Kindern, der gefilmt wird und nicht um Pornographie.
Abschließend versuchten wir als Kurs gemeinsam mit Frau Schwarz auf eine Definition für sexuellen Missbrauch zu kommen, dabei fielen folgende Schlagwörter: ungewollt, Zwang, Machtmissbrauch und körperliche Schäden.
Der gesamte Seminarkurs bedankt sich bei Frau Schwarz für diesen überaus informativen Vortrag.

Katharina Nowak


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