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Streiflichter aus dem Sozialpraktikum

Alten-und Pflegeheim

"Mir ist aufgefallen, dass ich mich bei den hauswirtschaftlichen Tätigkeiten nicht so wohl gefühlt habe, wie bei den pflegerischen. ... Ich habe festgestellt, dass dies durchaus ein Beruf für mich sein könnte. Dies konnte ich mir vor Beginn des Praktikums überhaupt nicht vorstellen."
"Ich fuhr Frau R. durch das Haus, wofür sie mir sehr dankbar war, denn sie erzählte mir, dass sie noch nie auf einem anderen Stockwerk gewesen ist. Die darauf folgenden Tage sind wir noch oft zusammen durch das Haus gegangen. Immer wieder sagte sie mir und den Schwestern, wie froh sie sei, dass ich da bin ..."
"Andere Bewohner, so schien es mir, warteten nur noch auf den Tod. Mir wurde von ihnen erklärt, dass sie keine Zukunft und keine Träume mehr haben ... da sich jeder Tag nicht vom gestrigen unterscheidet."
"Ich habe bemerkt, dass dieser Beruf (Altenpfleger) nicht für mich bestimmt ist. Er wäre mir auf der einen Seite zu einseitig, auf der anderen Seite hätte ich Angst, in dem routinemäßigen Alltag zu vergessen, dass ich vor mir Menschen habe, die gepflegt werden müssen."
"Es ist eine aufregende Erfahrung, Leuten zu helfen, die nicht mehr ohne Pflege auskommen und ich ging abends mit einem guten Gefühl nach Hause. Die Schwestern ... gaben mir das Gefühl, gute Arbeit zu leisten. Ich staune, wie sie jeden Tag aufs neue diese Geduld aufbringen."
"Zu vielen Bewohnern konnte ich eine persönliche Beziehung aufbauen und ich hab sie richtig lieb gewonnen. ... Sie haben mir sehr viel über Zeiten erzählt, in denen sie noch jung waren und ich hätte stundenlang zuhören können."
"Eigentlich denken die meisten, die Arbeit in einem Pflegeheim ist einfach und anspruchslos, doch das weiß ich jetzt besser. Nach meinem Sozialpraktikum bewundere ich die Pfleger, die die harte Arbeit einfach so wegstecken können und den Beruf mit Engagement schon seit Jahren machen."

Mobiler Dienst (DRK)

"Es ist mir aufgefallen, dass alte Menschen in vielen Verhaltensweisen kleinen Kindern ähneln. Es wäre jedoch ein großer Fehler, sie auch so zu behandeln."
"Ich persönlich habe mich mit den Themen Alter und Krankheit bis zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich befasst."

Behindertenhilfe

"Ich habe über derartige Fragen (ist das - noch - Leben?) mit dem Krankenpfleger aus meiner Gruppe lange geredet und diskutiert. Es war sehr interessant, aber zu einem Ergebnis wie eins und eins ist zwei kommt man bei derartigen Fragen nicht. Als wir über die finanzielle Seite gesprochen haben, stellte ich mir eine weitere, wie ich finde berechtigte, Frage: Ist der Dienst am Menschen nicht eigentlich mehr wert, als der Dienst am Geld? (Pfleger Manager)"
" Es war einer der schönsten Tage in meinem Praktikum, an dem es einem Mädchen gelang, bis drei zu zählen. ...Ich übte einen ganzen Vormittag spielerisch mit ihr, bis drei zu zählen. Als sie es vor dem Mittagessen endlich schaffte, war ich schon sehr stolz auf uns beide."
"Das Praktikum hat mir gezeigt, dass ich selbst zumindest momentan nicht genügend Ausdauer und Geduld hätte, solch einen verantwortungsvollen Beruf auszuüben."
"Am meisten hat mich an meinem Praktikum beeindruckt, wie schnell ich meine Befürchtungen und Sorgen vergessen hatte. Das geschah an meinem ersten Tag nach ca. 15 Minuten."
"Ich denke seit meinem Praktikum mehr darüber nach, was für ein Glück es eigentlich ist, vollkommen gesund zu sein, wie ich es jetzt bin. Und ich bin froh, eine Zeit lang anderen geholfen zu haben, die nicht so viel Glück hatten wie ich."

Krankenhaus

"Ich war anfangs geschockt, als mir fast beiläufig erzählt wurde, dass am vorherigen Tag während meiner Abwesenheit ein Patient verstorben sei. Ich stand erst einmal da und konnte nichts sagen, zumal dieser Patient immer nett zu mir war und nicht anzeigte, dass er demnächst Sterben würde. Später, als ich etwas Zeit hatte über das Geschehene nachzudenken, kam ich zu dem Schluss, dass das Pflegepersonal nicht anders reagieren darf, denn würden sie eine engere Beziehung zu einem Patienten aufbauen und dieser würde nach einiger Zeit sterben, hätte das Personal große psychische Probleme, da die Sterbequote auf der Station sehr hoch ist."
"Das einzige, was mich störte war die frühe Anfangszeit."
"Am meisten beeindruckt haben mich die Krankenschwestern und Pfleger, die jeden Tag aufs Neue um 6.00 Uhr total motiviert an die Arbeit gingen und nie die Geduld mit einem Patienten verloren haben. Es sind wirklich Idealisten, die diesen physisch und psychisch anspruchsvollen Beruf ausüben."
"Die Betreuung während des Praktikums war sehr gut. man merkte, dass die Ärzte und das übrige Personal sich wirklich bemühten, einen zu integrieren. Man hatte das Gefühl, dass sie einem wirklich Einblick in ihren Beruf (Schmerztherapie) verschaffen wollen."
"Was ich gar nicht gern gemacht habe, war das Leeren von benutzten Bettpfannen oder Urinflaschen. Aber ich habe es trotzdem gemacht, denn ich denke, es gehört eben einfach zum Beruf dazu."
"Ich hatte nie das Gefühl auf der Station zu stören. Alle bezogen mich vollkommen in ihre Arbeit mit ein und gaben mir das Gefühl, ein Teil der Station zu sein. Vor allen Aufgaben fragte man mich, ob ich das wirklich machen möchte bzw. ob ich mir das zutraue.

Rettungsdienst (Malteser)

"Das ist sehr wichtig in diesem Beruf. Du musst dir immer vor Augen halten: Falsche Entscheidungen können das Leben kosten."
"Es war immer wieder sehr aufregend, ... unterwegs zu sein, den Menschen zu helfen und sie dann ins Krankenhaus zu bringen. Vor dem Praktikum hätte ich mir das nicht zugetraut. Ich hatte Angst, verletzte und leidende Mensche zu sehen."
"Es wurde mir erst durch das Praktikum bewusst, wie viele Menschen eigentlich unsere Hilfe brauchen. Man muss ihnen helfen, auch wenn es nicht immer angenehm ist. Vielleicht kommt man selbst einmal in eine solche Lage, dann willst du auch, dass dir geholfen wird. ... Zu viele Menschen schauen weg, anstatt zu helfen."

Wohnsitzlosenarbeit

"Erstaunt hat mich vor allem die Herzlichkeit, die unter den Obdach- und Arbeitslosen herrschte. ... Andererseits war es jeden Tag wieder schockierend, wie viele und besonders junge Leute die Vesperkirche aufsuchten. ... Ich habe aber auch schöne Erfahrungen gemacht, das Gefühl, jemandem geholfen zu haben, etwas Gutes zu tun und das oft nur durch kleine Nebensächlichkeiten. Z.B. hab eich ein paar ältere Obdachlose bei einer Wohnungsvermittlung kennen gelernt, die sich immer riesig freuten, wenn ich in die Vesperkirche kam."


Allgemein

"Eine sehr wichtige Komponente am Sozialpraktikum ist, dass man seinen Praktikumsplatz selbst suchen muss. So kann man sich für sein Praktikum einen spannenden individuellen Platz aussuchen, an dem man viel erlebt."
"Die Dinge, die wir in diesen zwei Wochen gelernt haben, werden wir in unserem weiteren Leben noch oft gut gebrauchen können. Wir haben alle ein bisschen mehr über den sozialen Bereich erfahren und ein bisschen Selbstbewusstsein dazu gewonnen. Vor allem aber haben wir zwei Wochen lang das Leben aus einem ganz anderen Blickwinkel gesehen."
"Man lernt nicht nur eine Menge über Dinge, über die man, außer im Falle selbst davon betroffen zu sein, überhaupt nicht informiert wäre, sondern auch, mit ungewohnten Situationen umzugehen und Rücksicht zu nehmen. Nicht zuletzt lernt man sich selbst besser kennen ..."
"Ich denke, ich habe auch eine persönliche Veränderung innerhalb dieser zwei Wochen erlebt. Ich zeige mehr Verständnis und Bereitschaft, den Menschen in meiner Umgebung zuzuhören."
Ich finde es gut, dass das Sozialpraktikum von einer Woche auf zwei Wochen verlängert wurde. Ich war nämlich erst am Ende der ersten Woche richtig eingearbeitet."
"Bevor ich das Sozialpraktikum antrat, war es für mich nichts anderes, als zwei Wochen in denen ich keine Schule hatte und das war für mich in erster Linie das Wichtigste. Aber im nachhinein bin ich froh, dass meine Schule so großen Wert auf das Sozialpraktikum legt, da man Erfahrungen erlangt, die man in dieser Form vielleicht nie wieder in seinem Leben machen kann."
"Ich denke diese Zeit ist nicht nur für uns gut, sondern auch für die Hilfebedürftigen, da es ja immer zu wenig Personal gibt und die Bedürftigen nicht genügend Zuwendung bekommen."
"Nachdem man so ein Praktikum gemacht hat, sieht man kranke und behinderte Menschen mit ganz anderen Augen."
"Es ist nicht so, dass ich das Gefühl habe, durch das Praktikum zu einem sozialeren Menschen geworden zu sein, aber ich mache mir mehr Gedanken über die Zukunft, denn ich weiß, dass auch ich einmal auf die Hilfe anderer angewiesen sein werde und finde, dass man in diesem Bereich auf keinen Fall Einsparungen machen sollte."
"Die Einstellung zu alten und kranken Menschen wird verändert. Man lernt, mit vielem anders umzugehen und mit diesen Menschen zu kommunizieren. Und das Beste ist: Man fühlt sich wichtig und gut dabei!"
"Mir hat besonders die zweite Woche Spaß gemacht, da ich mit meinen Aufgaben nun routinierter umging ... weil man dann erst die wirklich schönen Dinge des Sozialpraktikums wahrnimmt, da man sich weniger auf die Tätigkeiten konzentrieren muss."
"Sehr gefallen hat mir, dass ich gegen das Vorurteil der "schlechten Jugend" ankämpfen konnte ... "Schau, man darf nicht über alle Jugendlichen so schimpfen. Er hier kanns auch anders", war ein Zitat einer Patientin zu einer anderen."


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