Suchtprävention am Feudenheim-Gymnasium
„Rausch und Risiko“ – das betrifft doch nur andere!?
Am 5. Mai fand am FGM erstmalig ein zweistündiger Vortrag und Workshop für Eltern der Achtklässler zum Thema „Rausch und Risiko“ in Kooperation mit dem Drogenverein Mannheim statt.
Hierzu konnte Herr Adrian Steier-Bertz als Referent gewonnen werden. Der Abend war Teil des fächerübergreifenden Projektes „Grenzerfahrungen“ mit anschließendem Hochseilgartenbesuch der Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen. Herr Steier-Bertz informierte die anwesenden Eltern darüber, was ihre Kinder im Seilgarten erwartet. So geht es in jedem Training darum, in Gruppen-, Partnerarbeit und individuellen Übungen soziale Kompetenzen wie Initiative, Verantwortung, Mut, Sorgfalt, Konzentration und Vertrauen zu vermitteln. Dazu finden erst Anwärmübungen und Problemlöseaufgaben am Boden statt, und erst später geht es nach einer Sicherheitseinweisung langsam in die Höhe.
Da sich auch die Eltern an diesem Abend untereinander erst besser kennen lernen und für das Thema „Rausch und Risiko“ sensibilisiert werden sollten, wurden sie zunächst „genordet“; das Eis war schnell gebrochen und anschließend wurden auf Kärtchen definierte, nicht alltägliche Situationen (Grenzerfahrungen) in Kleingruppen besprochen. Dabei fand ein intensiver Gedankenaustausch statt, wie man – sollte man einmal in solch eine Grenzfall-Situation kommen - als Elternteil reagieren könnte. Diese Diskussionen waren für alle Teilnehmer äußerst aufschlussreich und wertvoll. Konkret ging es beispielsweise um Fragen zum Umgang mit Alkohol, verändertem Verhalten, Kleidungsstil und vielem mehr. Außerdem wurde klar, dass es sich keineswegs um abwegige Situationen handelt und dass es das Wichtigste ist, mit seinen Kindern im Gespräch zu bleiben.
Im anschließenden Vortrag „Rausch und Risiko“ stellte Herr Steier-Bertz verschiedene Risikotypen vor und referierte über die Bereiche Mut, Risiko und Vertrauen als Möglichkeit der Persönlichkeitsentwicklung. Hier konnten dann alle selbst einschätzen, was für ein Risikotyp sie selbst sind und über die Risikobereitschaft ihrer Kinder nachdenken.
Dabei wurde aufgezeigt, dass Erfahrungen und Gefühle durch den Konsum von legalen oder illegalen Drogen erzielt werden können, z.B. Entspannungsgefühle, Erregung oder „Kicks“, aber auch mit Hilfe gesundheitsfördernder Alternativen zu erreichen sind. Wichtig, vor allem im Rahmen der Suchtprävention, ist dabei auch die Auseinandersetzung, Reflexion und Bewertung von Risikosituationen.
An dieser Stelle nochmals vielen Dank an Herrn Steier-Bertz, der es verstanden hat, in lockerer Atmosphäre für das Thema „Rausch und Risiko“ zu sensibilisieren und es zu einem Thema zu machen, das alle etwas angeht.
Fazit der teilnehmenden Eltern: nächstes Jahr wieder, aber mit frühzeitiger und besserer Werbung, um mehr Eltern zu erreichen!
Ina Pfaffl
Suchtprävention am Feudenheim-Gymnasium
Die 7. Klassen besuchen die Thorax-Klinik in Heidelberg
Mit dem Widerspruch zwischen den Versprechungen der Tabakindustrie einerseits und den gesundheitlichen Folgen des Rauchens andererseits wurden die Schüler der drei 7. Klassen des FGM am Mittwoch, den 1.12.2010 konfrontiert.
Die Schülerveranstaltung an der Thoraxklinik im Rahmen der Aktion ‚Ohne Kippe’ gehört am FGM seit Jahren zu den festen Unterrichtsangeboten im Zusammenhang mit der Suchtprävention in den 7. und 8. Klassen.

Herr Ehmann von der Thorax-Klinik informierte die Schüler zunächst über die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens: z.B. jeder 2. Raucher sterbe deutlich früher als der durchschnittliche Nichtraucher. Speziell Lungenkrebs bleibe sehr lange ohne Beschwerden habe aber gleichzeitig nach der späten Entdeckung schlechte Heilungschancen. Außerdem wurden die Jugendlichen mehrfach darauf hingewiesen, dass Nikotin das gleiche Suchtpotenzial wie Heroin habe. Dementsprechend sei es nur zu empfehlen, das Zigarettenrauchen erst gar nicht auszuprobieren, da bereits das Rauchen einer einzigen Zigarette zur Abhängigkeit führen könne. Auch die in den letzten Jahren in Mode gekommenen Wasserpfeifen seien in allen Aspekten ebenso gefährlich wie die ‚normalen’ Zigaretten.
Nach einer kurzen Pause durften die Schüler per Videoübertragung Zeugen einer Bronchioskopie sein, bei der mit Hilfe einer winzigen Kamera Luftröhre und Bronchien betrachtet werden können. Bei der betroffenen Patientin wurde ein Tumor diagnostiziert und eine Gewebeprobe entnommen.
Im dritten Teil der Veranstaltung stand den Schülern eine Patientin der Thorax-Klinik Rede und Antwort, bei der nach 26-jährigem Rauchen ein Tumor in der Lunge die Entfernung eines Lungenflügels nötig gemacht hatte. Ihre ungeschminkten Ausführungen über ihre durch die Sucht verursachten gesundheitlichen Probleme, stellten den Zuhörern nochmals eindringlich die enormen und vielfältigen gesundheitlichen Risiken des Rauchens vor Augen.

