Ein Nachmittag voller Glucose, Glycerinester und Suspension
Wie man auch in Chemie auf den Geschmack kommen kann

Es ist der Nachmittag des 8. November 2011. Alle Schüler des Chemie-Kurses bei Frau Jahn legen sich mächtig ins Zeug: Der Tisch wird gedeckt und geschmückt, drei Schüler kaufen im Supermarkt die benötigten Lebensmittel ein und die anderen bereiten sich mit Schürzen und Messern auf die „Herstellung eines Protein-Stärke-Gemenges“ vor.
Es ist die GFS von drei Schülern, die zeigen möchten, dass man auch in Chemie auf einen guten Geschmack kommen kann. Nach einer kurzen Einführung und dem Enträtseln des Rezepts, sammelten sich die vorfreudigen Köche um die Zutaten. „Chemie macht Spaß!“ war das Motto des Nachmittags. Überall wurden Kartoffeln geschält, geraspelt, Hände gewaschen, Pfannen erhitzt; natürlich nur nach Rezept! Die drei GFS-Schüler fotografierten, halfen beim Zubereiten des „Teiges“ und kontrollierten die Arbeitsgänge.
Die Küche, mit herzlichem Dank geliehen von der Realschule, kochte – im wahrsten Sinne des Wortes. Aus den Kartoffeln, Eiern und Gewürzen mischten die Schüler ein „Gemenge“, um es anschließend in Glycerinestern (Öl) zu braten und die Maillard-Reaktion stattfinden zu lassen. Zu deutsch (für alle die mit Glycerinestern, Suspensionen, Kohlenhydraten und Calciumcarbonat abgeschlossen haben): Wir stellten Kartoffelpuffer her und brieten sie. Eine Gruppe experimentierte auch mit der Zugabe von Bananen.
Nachdem der ganze „Teig“ verbraucht war, wurde das schmutzige Geschirr ordentlich gespült und weggeräumt. Anschließend kam der schönste Teil des Nachmittags; mit knurrendem Magen stürzten wir uns auf die knusprig gebräunten Puffer und genossen sie mit reichlich „Suspension aus Saccharose, Glucose, Fructose, Wasser und Essigsäureestern“ (Apfelmus). Bei den Puffern mit Banane war ein leicht süßlicher Geschmack festzustellen, ansonsten gab es keine Unterschiede zu den normalen Puffern. Als diese in unseren Mündern verschwunden waren, wurden wir uns der „enzymatischen Spaltung“ bewusst (am nächsten Tag erfuhren wir bei einer Präsentation mehr darüber). Die enzymatische Spaltung beinhaltet die Zerkleinerung der Mahlzeit in unserem Verdauungstrakt unter der Verwendung von Enzymen.

Der Nachmittag endete mit kräftigem Applaus für die GFS-Schüler, die anderen gingen mit gefülltem Magen nach Hause. Wir haben gesehen: Chemie kann also unheimlich Spaß machen – und begleitet uns täglich beim Kochen und Essen!
