„Eine lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt“
Schülergruppe aus Shanghai zu Besuch am FGM
„Eine lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt“, lautet ein bekanntes chinesisches Sprichwort. Und so machte eine chinesische Schülergruppe vor neun Tagen in Shanghai diesen ersten Schritt, ehe sie viele tausende Kilometer westwärts bei ihrer Partnerschule in Mannheim, dem Feudenheim-Gymnasium, ankam: Der Auftakt in eine ereignisreiche Woche war getan.

„Ich wünsche euch viele schöne Erlebnisse bei uns in Mannheim“, hieß FGM-Schulleiter Dr. Rainer Halfar die 14 Schülerinnen und Schüler sowie drei Lehrer von der „World Foreign Language Middle School of Shanghai“ willkommen. Dass dies auch eintrat, dafür sorgte ein variantenreiches Programm und vor allen Dingen der Aufenthalt in den Gastfamilien, die auch dieses Mal die Jugendlichen aus dem Land der Mitte mit weltoffener Herzlichkeit empfingen. „Ihnen, liebe Familien, gilt mein ganz besonderer Dank. Ohne Sie ist solch ein Schulaustausch nicht möglich“, freute Halfar auf dem Abschiedsgrillfest über das Engagement. An diesem Abend war es ein Leichtes zu beobachten, wie gut die chinesischen Schüler und ihre Gastfamilien zueinander gefunden hatten.
Es war der gemeinsame Abschluss einer intensiven Woche, welche die Shanghaier Gruppe auf einen Stadtrundgang durch Mannheim ebenso führte wie ins Technoseum. Dort spürte die Gruppe der Industrialisierung Südwestdeutschlands nach und machte beim Papierschöpfen und am Webstuhl unmittelbaren Kontakt mit der vorindustriellen Zeit. Die weltweite wirtschaftliche Verflechtung Chinas wurde den Chinesen bei einem Vortrag im Chemieunternehmen BASF deutlich, welches selbst in Shanghai tätig ist. Schlusspunkte der Erkundung des Rhein-Neckar-Dreiecks waren die Besuche des Heidelberger und Schwetzinger Schlosses. Gerade in Schwetzingen wurde Geschichte lebendig, als während der Schlossführung die Schüler barocke Kleidung anlegen durften und Tanzschritte einer längst vergangenen Epoche einübten. Nicht schlecht staunten die Chinesen auch ob der zahlreichen Brautpaare, die an diesem Tag im Schwetzinger Schlossgarten vor strahlendblauem Himmel und nahezu einzigartiger Kulisse posierten.
Doch es gab nicht nur etwas zu besichtigen und zu bestaunen, sondern auch selbst zu erschaffen. Das zweiteilige Unterrichtsprojekt „Deutsche Märchen“ mündete in selbst verfassten Märchen, die die chinesischen und deutschen Schüler gemeinsam schrieben. Ein kleines gebundenes Buch wird daraus entstehen, welches den Chinesen im Herbst, wenn sich eine 16-köpfige FGM-Gruppe auf den Weg nach Shanghai macht, übergeben werden wird.
Und so machten die 17 Gäste diese Woche ihren letzten Schritt ihrer Mannheimreise, in dem Wissen, dass sich der erste gelohnt hatte.
