"China ist so vielfältig" (2011)
Zweiwöchiger Aufenthalt einer Schülergruppe des FGM in China
„China ist so vielfältig und flächenmäßig so groß – da spricht man besser von einem Kontinent als einem Land.“ Mit diesen Worten leitet Dr. Lorenz Bichler, Chinesisch-Lehrer am Feudenheim-Gymnasium, gewöhnlich seine Ausführungen über das Land der Mitte ein. Wie wahr diese Worte sind, durften 15 Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrer des FGM in den zurückliegenden zwei Wochen erfahren, als sie mit Shanghai und Chengdu zwei Millionenmetropolen der aufstrebenden Großmacht besuchten.
„Seid herzlich willkommen bei uns.“ Mit diesen Worten begrüßte Peiming Luo die Reisegruppe des FGM an der World Foreign Language Middle School of Shanghai – der Partnerschule des Feudenheimer Gymnasiums. Die einstige Schulgründerin und Deutschlehrerin blickte an diesem Freitagmorgen in gespannte Gesichter – was würde der einwöchige Aufenthalt in Shanghai bringen? Die Antwort ist schnell gegeben: Einblicke in den chinesischen Schul- und Familienalltag, wie es sie auf diese Weise wohl kein zweites Mal im Leben geben wird. Schnell merkten die Feudenheimer Schüler, dass ein Schultag in China ein wenig anders strukturiert ist als bei uns. Beginnend mit Frühsport und Fahnenappell (Bild 1) haben die chinesischen Schüler bis etwa 17 Uhr Unterricht, ehe bis spät in den Abend hinein Hausaufgaben erledigt werden.

Neben der Teilnahme am regulären Unterricht wurde für die FGMler spezieller Unterricht angeboten. So standen neben der Geschichte Shanghais, den Grundzügen der Peking-Oper und chinesischer Kunst auch das Zubereiten der chinesischen Teigspezialität Bauze und die Kunst des schönen Schreibens, Kalligraphie, auf dem Stundenplan (Bild 2).
Bei Tagstouren wurde deutlich, dass Shanghai die dynamischste Stadt Chinas ist. Am deutlichsten stach dies beim Betrachten der Skyline des Stadtteils Pudong ins Auge (Bild 3). Mit seiner schillernden Wolkenkratzer-Architektur sowie der Aura von Gewinnstreben und hausgemachten Prunk ist Shanghai zum wirtschaftlichen Zentrum Chinas aufgestiegen. Zu bewundern war die futuristische Architektur von der geschwungenen Flainiermeile des Bund aus, wo fantastische Bauten aus der Kolonialzeit sich aneinander reihen und von der wechselhaften Geschichte Shanghais zeugen. Dass Shanghai nicht nur ein boomender Umschlagplatz ist, sondern auch ein Ort, an welchem unermesslicher Reichtum und brüllende Armut aufeinander prallen, wurde vor dem Jade-Buddha-Tempel (Bild 4) erfahrbar. Dort bettelte ein Gehbehinderter auf einem selbstgebauten Rollstuhl in unmittelbarer Nähe eines nagelneuen Porsche.
Im Anschluss an die Austauschwoche brachen die Feudenheimer Schüler zu einer einwöchigen Studienfahrt nach Chengdu auf, der Hauptstadt der Provinz Sichuan. Diese mit gut zehn Millionen Einwohnern im Vergleich zu Shanghai eher „beschaulichen“ Stadt, besitzt einen zweifachen Reiz. Zum einen bietet die Stadt selbst einige Sehenswürdigkeiten, zum anderen dient sie als Basis für Erkundungstouren ins Umland. Daher statteten die FGMler der weltberühmten Pandaaufzuchtstation (Bild 5) ebenso einen Besuch ab wie dem buddhistischen Wenshu-Kloster mit seinen über 400 Statuen, ehe es mit dem Bus in die nördlich von Chengdu gelegene Bergregion des Emei Shan ging - dem 3099 Meter hohen Berg als einem der vier heiligen buddhistischen Berge Chinas.

Plötzlich war nichts mehr von Lärm des Stadtlebens zu spüren, stattdessen offenbarte sich eine wunderschöne, nahezu unberührte Waldlandschaft (Bild 6).

Im nahegelegenen Leshan schließlich stand die FGM-Reisegruppe zu Füßen der mit 71 Metern größten Buddha-Skulptur der Welt, die aus dem nackten Felsen gehauen wurde (Bild 7). Die Vielfalt Chinas – sie wurde auf dieser Reise wahrlich deutlich.
