Feudenheim Gymnasium Mannheim

Stützpunktschulenforum3. Stützpunktschulen-Forum am 14. Februar 2011

„Epigenetik – Gene sind nicht alles?!“

Mit den Worten: „Gene sind nicht alles, oder Herr Dr. Spork?“ übergab der Schülermentor und Moderator Tyll Jandewerth zusammen mit seiner Moderatorenkollegin Alisa Lörsch vor 250 Schülerinnen und Schülern am Montag, den 14.02.2011, das Mikrofon an Herrn Dr. Peter Spork, den ersten Referenten des 3. Stützpunktschulenforums zum Thema „Epigenetik“ am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg. Dr. Peter Spork ist renommierter Wissenschaftsjournalist und sprach an diesem Tag über sein erfolgreiches Buch „Der zweite Code oder wie wir unser Erbgut steuern können.“ In seinem faszinierenden und leicht verständlichen Vortrag konnte er den Schülern verdeutlichen, warum es so wichtig ist, sich gesund und ausgewogen zu ernähren, sich ausreichend zu bewegen und seine Liebsten öfter mal in den Arm zu nehmen: Denn genau dies erklärt die Epigenetik, eines der derzeit aufregendsten Forschungsfelder der Biologie und Medizin. Lange glaubte man, dass „alles an den Genen liege“, ob man eher zur Fettleibigkeit und Diabetes oder anderen Volkskrankheiten neigt oder bis ins hohe Alter gesund bleibt. Heute weiß man, dass die so genannten epigenetischen Schalter innerhalb des Zellkerns auch maßgeblich an diesen Prozessen beteiligt sind, indem sie die Gene zwar nicht verändern, aber beispielsweise stummschalten können. Noch interessanter schien die Tatsache zu sein, dass sich das Verhalten und die Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft auch auf die epigenetischen Faktoren ihrer Kinder und sogar ihrer Kindeskinder auswirken können.


StützpunktschulenforumIm zweiten Vortrag gab die bekannte Wissenschaftlerin Dr. Angela Risch vom DKFZ im Rahmen ihres Vortrags „Lungenkrebs – Genetik und Epigenetik“ interessante Einblicke in ein konkretes epigenetisches Grundlagenforschungsprojekt.
Speziell für die Mentoren der verschiedenen Stützpunktschulen bot dann der Montagnachmittag eine besondere Gelegenheit: Zahlreiche wissenschaftliche Einrichtungen auf dem Campus der Universität Heidelberg (DKFZ, ZMBH, Neurologie, Parasitologie, Polyklinik, genetischen Beratungsstelle u.a.) öffneten für die naturwissenschaftlich interessierten Schülerinnen und Schüler ihre Pforten und erlaubten im Rahmen von unterschiedlichen experimentellen Laborführungen Einblicke in die alltägliche Forschungspraxis.
Die abschließende Feedbackrunde durch die Schülermentoren ergab, dass die Veranstaltung als durchweg gelungen und gewinnbringend bewertet wurde. Viele der Mentoren gaben zudem an, der Einblick in die Forschung habe sie in Ihrer Entscheidung bestärkt, ein zukünftiges Betätigungsfeld in den Naturwissenschaften zu suchen.
In einem waren sich die anwesenden Schülerinnen und Schüler am Ende einig: Plötzlich lebt es sich mit einer ganz anderen generationenübergreifenden Verantwortung, wenn man sich dessen bewusst ist, dass die Gesundheit der Enkel wohl auch bereits in Opas und Omas Händen liegt.



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