Studienfahrt nach Siebenbürgen (Rumänien) im September 2008

Von Christine Eigenbrod
Zusammen mit Herrn Eichhorn und Frau Jahn machten sich 15 SchülerInnen des Feudenheim-Gymnasiums auf den Weg zu einer Studienfahrt nach Siebenbürgen. Bevor es jedoch losgehen sollte, lernten wir während eines einstündigen Rumänisch-Crashkurses Vokabeln und Sätze für den täglichen Gebrauch sowie Sitten und Bräuche kennen. Am Sonntagmorgen um 07:12 Uhr fuhren wir dann endlich von Mannheim Hauptbahnhof ab und kamen einige Stunden später in München an. Dort mussten wir uns für einige Stunden die Zeit vertreiben, bis wir endlich in den Flieger steigen konnten, der uns nach Hermannstadt (rumänisch: Sibiu) bringen sollte. Als wir dort angekommen waren, wurden wir von zwei gemieteten Kleinbussen zu unserer Unterkunft gebracht, einer evangelischen Herberge. Mit der Unterkunft waren wir sehr zufrieden. Das einzige was die meisten gestört hat, waren die Kreuze und Heiligenbilder in den Zimmern, doch die große Gläubigkeit der Einheimischen sollte uns noch einige Male stark auffallen. Nachdem wir uns einigermaßen häuslich eingerichtet hatten, brachen wir auf zu unserem ersten Abendessen. Obwohl das Restaurant von der Aufmachung her gut aussah, schmeckte das Essen eher bescheiden.

Am Abend konnten wir dann selbst entscheiden, was wir tun wollten. Zuerst gingen wir geschlossen in die Bar „Propaganda“ und einige gingen danach zurück zur Herberge. Die anderen blieben bis etwa 4 Uhr in der Disco „Chill Out“. Dort machten einige unserer vollkommen verschwitzten Jungs die Erfahrung, wie toll die meisten rumänischen Mädchen aussehen.
Am nächsten Morgen hieß es dann natürlich früh aufstehen und wer nicht rechtzeitig beim Frühstück erschien, wurde von Frau Jahn erbarmungslos geweckt und aus dem Bett geschmissen. Tagsüber machten wir dann einen Stadtrundgang und bekamen von unserem kompetenten Reiseleiter „Bruno“ sehr viel Wissenswertes und mehr oder weniger Interessantes über die Geschichte der Stadt erzählt.

Am Nachmittag furhen wir in die Umgebung von Hermannstadt und stiegen zunächst in Michelsberg auf eine kleine Festung hinauf. Als Anschauungsmaterial lagen dort viele Lanzen und Schwerter und wir hatten eine Freude daran gegeneinander zu kämpfen. Desweiteren besuchten wir eine Kirchenburg, die neben der Religionsausübung früher auch zum Rückzug oder zur Verteidigung genutzt wurde. Im Gegensatz zu den prunkvollen orthodoxen Kirchen, war diese angenehm schlicht und außerdem mit einer kleinen Orgel ausgestattet, zu der man freien Zugang hatte. Lukas hat diese Gelegenheit sofort genutzt und ein Stück zum Besten gegeben.
Abends spielten wir gemeinsam auf der Terrasse Spiele und einige gingen danach essen; zu erstaunlich günstigen Preisen.

Am nächsten Tag ging es dann schon wieder weiter nach Kronstadt (Brasov), wo wir zwei Tage bleiben sollten. Auch hier machten wir einen Stadtrundgang und haben das Haus gesehen, in dem Herrn Eichhorn einige Jahre seines Lebens gewohnt hat. Außerdem besichtigten wir die Schwarze Kirche und eine katholisch – orthodoxe Kirche. Die Schwarze Kirche erhielt ihren Namen durch einen verheerenden Stadtbrand, der nur die angeschwärzten Mauern der Kirche stehen ließ. Dort besuchten wir auch ein wunderschönes Konzert des Organisten Steffen Schlandt, der einmal mit Herrn Eichhorn in der Grundschule in der gleichen Klasse war. In der katholisch – orthodoxen Kirche waren die kompletten Wände mit Heiligenbildern zugepflastert und es gab drei Altare mit Heiligenbildern, zu denen Gläubige hingingen und die Bilder küssten. Verwundert hat uns, wie viele Menschen dort hingingen, von denen man so etwas nicht erwarten würde.

Nach unserem Aufenthalt in Kronstadt fuhren wir zunächst nach Schässburg (Sighisoara) und machten dort einen Stadtrundgang. Die meisten von uns deckten sich auch noch bei Theo mit gutem Schnaps ein. Dann ging es weiter zu unserer letzten Station: in ein kleines Dorf namens Reussmarkt (Cund). Dort angekommen, wurden wir direkt vom Besitzer unserer Appartements, Herrn Schäfer, begrüßt, der sich später als der frühere Manager der Band „Echt“ vorstellte. Den Jungen standen zwei Häuser zur Verfügung und die Mädchen waren zu viert in einem untergebracht. Die Häuser waren sehr schön ausgestattet; es gab in jedem Schlafzimmer ein Bücherregal mit deutschen Büchern und in jedem Raum einen Holzofen, was dem ganzen eine sehr gemütliche Atmosphäre verliehen hat.

Am nächsten Tag machten wir eine Fahrt mit dem Pferdewagen in die nahegelegenen Obstgärten und wer wollte durfte auch reiten. Während des sehr leckeren Abendessens spielten drei Rumänen auf der Geige und dem Akkordeon deutsche und rumänische Volkslieder und der Bürgermeister des Bezirks besuchte uns und erzählte uns einiges über die Region und die Geschichte der Dörfer.
Nach dem Essen machten wir einen Orientierungslauf im Dunkeln, den Lukas vorbereitet hatte. Dazu wurden wir in dreier Gruppen aufgeteilt und jede Gruppe bekam eine Kerze und einen Wegweiser. Trotz einiger Komplikationen fanden am Ende alle das Ziel, wo einige Einheimische warteten und für uns ein Lagerfeuer mit Autoreifen machten. Einige Stunden später fuhren die Feierlustigen mit Tibi, dem Busfahrer, und Bruno eine dreiviertel Stunde in einen Club in Schässburg. Nach Mitternacht wurde es dann auch lustig, doch um 3 Uhr fuhren wir mit einer kleinen Verzögerung, die von Gerald hervorgerufen wurde, wieder zurück.

Am nächsten Morgen fuhren wir sehr früh wieder in Richtung Sibiu, nachdem einige Jungs sich den Ärger von Frau Jahn auf sich gezogen hatten, da sie erst fünf Minuten nach der geplanten Abfahrt aufgewacht waren. Unterwegs besuchten wir das 18. Sachsentreffen in Birthälm. Die meisten waren jedoch viel zu müde um sich etwas anzuschauen und blieben im Bus liegen um zu lesen oder zu schlafen. Herr Eichhorn und Frau Jahn waren die einzigen, die den Gottesdienst besuchten, während andere sich an den Ständen umschauten, zum Beispiel welche mit selbst gemachtem Käse. Als wir dann in Sibiu angekommen waren, gingen wir alle noch einmal in ein Einkaufszentrum, um uns mit genügend Essen und Trinken einzudecken. Dann dauerte es auch leider nicht mehr allzu lange und wir saßen schon wieder im Flieger nach München.

Da Herr Eichhorn einen sehr langen Puffer eingeplant hatte, hatten wir in München vor der Weiterfahrt etwa vier Stunden Zeit und konnten uns am Flughafen die Zeit vertreiben. Da an diesem Tag das Oktoberfest angefangen hatte, sind überall Menschen mit Dirndl und Lederhosen herumgelaufen und im Zug gab es sogar eine kleine Schlägerei, die die meisten von uns allerdings nicht mitbekamen, da sie geschlafen haben. Nachts um viertel vor eins kamen wir dann müde und erschöpft in Mannheim an.
Die große Armut, die in Rumänien herrscht und die vielen Straßenhunde waren für uns sehr schockierend, da wir an so etwas aus Deutschland nicht gewohnt sind. Dennoch wären die meisten gerne noch länger geblieben und viele haben sogar den Wunsch geäußert, noch einmal nach Rumänien fahren zu wollen. Wir danken Herrn Eichhorn und Frau Jahn für die schöne Zeit und werden uns auch später noch an diese tolle Reise gerne erinnern.
