Feudenheim Gymnasium Mannheim

Hospitantin begleitet Unterricht für drei Wochen / Intensive Kontakte zum Reich der Mitte

Zhuocheng Xu mit Dr.Rainer Halfar

Bericht von Dirk Jansch im Mannheimer Morgen vom 10.12.2008

Das Feudenheim-Gymnasium (FGM) intensiviert auch weiterhin seine Kontakte zu China. Jetzt war mit der 25-jährigen Zhuocheng Xu erstmals eine Hospitantin zu Gast in Feudenheim, übrigens in ganz Baden-Württemberg die einzige chinesische Deutsch-Lehrkraft, die über den Pädagogischen Austauschdienst eine Hospitation ergattern konnte. Drei Wochen lang lernte sie den Unterricht hierzulande kennen - und den Alltag in Deutschland. Untergebracht war sie in Schwetzingen bei Dr. Rainer Halfar, dem FGM-Direktor höchst persönlich.

"Wir haben einen Antrag gestellt, und es hat geklappt", ist Halfar froh, dass der Kontakt zur World Foreign Language Middle School in Shanghai auf diese Weise ausgebaut werden kann. Im vergangenen Jahr war für ein halbes Jahr eine Fremdsprachenassistentin zu Gast am Feudenheim-Gymnasium. Wie jetzt auch Zhuocheng Xu unterstützte sie die beiden Chinesisch-Fachkräfte in Feudenheim, Chun Zhang-Vock und den Sinologen Dr. Lorenz Bichler.


In ihrer Heimatschule unterrichtet Zhuocheng Xu 16 Stunden Deutsch in der Woche. In China müssen die Schüler ab der 6. Klasse eine zweite Fremdsprache lernen. Jeweils zur Hälfte wählen sie Deutsch oder Japanisch. Xu hatte sich für das Austauschprogramm beworben, um vor allem ihr eigenes Deutsch zu verbessern. Darüber hinaus wollte sie den Unterricht hier in Deutschland kennenlernen und hat festgestellt, dass es im Vergleich zu China "erstaunlich viele Ähnlichkeiten" gibt: "Die Schüler sind sehr fleißig, machen sich Notizen und nehmen sehr aktiv am Unterricht teil", erzählt sie von ihren Erfahrungen im Fach Deutsch gelernt.

Zusätzlich unterstützt die Hospitantin aus Shanghai die Chinesisch-AG mit über 30 Teilnehmern. Auch hiervon weiß sie Positives zu berichten: "Sehr diszipliniert" seien die Schüler, "auch sehr lieb" und vor allem "haben sie sehr, sehr viele Fragen über China." Xu hat an der Shanghai-Fremdsprachenschule vier Jahre lang Germanistik studiert und im Sommer als Vorbereitung den obligatorischen Kurs am Goethe-Institut absolviert.
Aber nicht nur Unterricht stand während ihres dreiwöchigen Aufenthalts auf dem Programm, auch das gesellschaftliche und kulturelle Leben kam nicht zu kurz. So nahm sie am Feudenheimer Martinszug teil, besuchte eine Vernissage im Kulturtreff, begleitete die Schüler bei einer Exkursion ins Nationaltheater oder nahm auch mal an einer Lesung teil. In Mannheim hat sie sich durchaus wohlgefühlt, wie sie sagt und wusste vor allem das gute Klima in Mannheim zu schätzen: "Die Luft ist hier trockener, aber sauberer als in Shanghai."

Posieren in Schuluniform: Feudenheimer Schüler vor dem Haupteingang der World Foreign Language Middle School

Schüler besuchen Shanghai

Unterdessen waren 13 Schüler sowie zwei Lehrer des Feudenheim-Gymnasiums auf Austauschbesuch an der World Foreign Language Middle School in Shanghai. Der Yu-Garten, einer der berühmtesten Gärten Chinas, asiatische Akrobatik, futuristische Skylines, koloniales Erbe und tropische Wälder - das waren nur einige Dinge, die sie dabei bestaunen durften. "Ich fand die Reise einfach genial", verleiht Philipp Schill seiner Begeisterung Ausdruck. "Ich habe tolle Eindrücke gesammelt."
Eine Woche verbrachten die 13 Schüler in chinesischen Gastfamilien und bekamen so einmalige Einblicke in den chinesischen Alltag, samt Sightseeing-Tour durch Shanghai. Doch vor allem die Integration in den Schulalltag hinterließ bei den FGM-lern bleibende Eindrücke. "Schön fand ich, dass wir in der Schule Fächer hatten, die wir in Deutschland nicht kennen", zeigte sich Fridolin Weber von Fächern wie Tai Ji, Kalligraphie und Wushu angetan. Schließlich wurden die Austauschschüler auch in Chinesisch unterrichtet.

Weiße Sandstrände in Hongkong

In Hongkong imponierte der Austauschgruppe das unmittelbare Nebeneinander von Hochhäusern und unberührter Natur. Augenfällig wurde dies bei einem Besuch der Insel Cheung Chau, die eine halbe Stunde Fährfahrt von Downtown Hongkong entfernt liegt und weiße Sandstrände sowie einsame Buchten zu bieten hat. "Der Austausch war sehr gelungen", resümiert Teresa Iati, nur das Essen sei zum Teil gewöhnungsbedürftig gewesen.




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