Die World Foreign Language Middle School of Shanghai zu Gast am FGM 2008

Eine verlorene Unze Gold kann gefunden werden. Eine verlorene Unze Zeit nie. So lautet ein altes chinesisches Sprichwort. Und um die Zeit von zwei Wochen im Frühsommer richtig gut zu nutzen, kamen 14 Austauschschüler und ihre zwei Lehrer von der World Foreign Language Middle School in Shanghai den langen Weg nach Mannheim. Eingeladen waren sie von ihrer Partnerschule, dem Feudenheim Gymnasium (FGM).
„Wir freuen uns, hier zu sein“, strahlte Cao Jun Qian, die an der Feudenheimer Partnerschule Deutsch unterrichtet. Diese Vorfreude der Gäste war verständlich, war es doch für viele die erste Reise nach Europa überhaupt; und diese sollte sich lohnen. Neben Sightseeing-Touren, welche die Gäste und ihre Gastfamilien nach Mannheim, Worms und Heidelberg führten, ging es ins Schwetzinger Schloss, wo mit dem Einstudieren eines höfischen Tanzes in Originalkostümen ein kleines Highlight vorbereitet war. Wie vernetzt die Welt inzwischen ist, wurde den Schülern deutlich, als bei einer Werksbesichtigung der BASF die Präsenz des Chemiekonzerns in China thematisiert wurde. „Die Schüler zeigten sich richtig interessiert“, freute sich die Initiatorin der Werksbegehung Edith Jahn, Chemielehrerin am FGM, über die Aufgewecktheit der 13- bis 15-jährigen Gäste.
Dieser Wesenszug war auch dafür verant-wortlich, dass der Aufenthalt in den Gastfamilien reibungslos verlief. Im Vorfeld gab es bei den Gastfamilien ob der kulturellen Differenzen schon einige Fragezeichen. Diese aber sollten sich alsbald verflüchtigen. „Unsere Schülerin isst alles – auch Leberwurst“, konnte bereits am ersten Tag in kulinarischer Hinsicht Problemfreiheit vermeldet werden. Und je länger der Aufenthalt am Ende des Schuljahres dauerte, desto vertrauter wurde man miteinander.
Einige Tränen am Abschiedsmorgen, als die Shanghai-Gruppe zu ihrer Weiterfahrt nach München aufbrach, sollten so nicht auf sich warten lassen. „Danke für alles. Es war riesig“, äußerte Tang Wan Jing auch im Hinblick auf den Unterricht am FGM, wurden die Austauschschüler doch in BK, Chemie, Geschichte, Musik, Physik und Deutsch speziell unterrichtet.
Verständnisprobleme in sprachlicher Hinsicht gab es nicht, denn neben Grundkenntnissen in Deutsch beherrschten die Gäste die englische Sprache. Sollte aber dennoch einmal eine Übersetzung ins Chinesische vonnöten gewesen sein, waren entweder Coa Jun Qian zur Stelle oder die beiden Chinesisch-Lehrer des FGM, Lorenz Bichler und Chun Zhang-Vock. „Alles kein Problem“, grinste Bichler, als er hin und wieder staunende Blicke erntete, wie er zwischen beiden Sprachen hin- und herwechselte: „Chinesisch ist nicht so schwer.“ Davon können sich 15 Schüler des FGM selbst ein Bild machen, wenn sie im Herbst für 14 Tage ins Reich der Mitte reisen. Bis dahin aber heißt es für beide Seiten: zai jian – Auf Wiedersehen.
